Wie kann ich männlicher werden? Hast Du Dich das schon ein Mal gefragt? Was bedeutet überhaupt Männlichkeit in unserer postmodernen Gesellschaft und wie kann Mann seine Männlichkeit nutzen, um die eigene Identität zu finden und sie positiv zu besetzen? Wir geben 5 Tipps und Taktiken, mit denen Du dich und Deine Männlichkeit besser kennenlernen kannst.

Die männliche Identität

In einer sich ständig wandelnden, globalisierten Welt ist es eine große Herausforderung seine eigene Identität zu finden. Von allen Seiten werden wir beeinflusst, schon im Kindergarten, durch unsere Freunde und Familie aber auch durch Film, Medien und später dann in der Berufswelt. Besonders der Druck einer kommerziellen Leistungsgesellschaft, lässt kaum Raum um sich auszuprobieren und die eigene Individualität zu entfalten. Auf der anderen Seite hatten wir noch nie so viele Möglichkeiten und Freiheiten uns immer wieder neu zu erfinden.

Wer nicht gerade einer sozialen Minderheit angehört und die Attribute weiß und männlich besitzt, dem stehen tendenziell beruflich und privat die Türen weit offen. Doch trotz aller Freiheiten, unterliegt auch diese Gruppe einem festen Bild von Männlichkeit, das in unserer Gesellschaft immer noch vorherrscht. Die männliche Identität wird meist gleichgesetzt mit den Eigenschaften stark, dominant und zielstrebig. Charakterlich aber auch körperlich soll ein Mann, laut dem vorherrschenden Geschlechterklischee, die Rolle des Beschützers und des Führers einnehmen. Groß, muskulös, gut gebaut, breite Schultern und ein kantiges Kinn gelten im Volksmund als besonders männlich. Anders als eine Single-Frau haben männliche Singles die Aufgabe “auf Jagd” zu gehen und die aktive Rolle in der Partnersuche einzunehmen.

Übermäßige Gefühlsausbrüche oder unsicheres Verhalten gelten als weniger männlich, obwohl die Wissenschaft dort keine eindeutigen Zuweisungen machen kann. Psychologen sind sich einig, dass ein Großteil dieser, für die Mehrheit als männlich geltender Attribute, aus unserer gesellschaftlichen Konditionierung stammen. Die amerikanische Hirnfoscherin Gina Rippon, die an Embryonenhirnen forschte, geht sogar so weit, dass sie sagt, dass es nach der Geburt keine signifikanten Unterschiede in der Funktion eines männlichen oder weiblichen Gehirns gibt. Trotzdem haben vor allem Film und Fernsehen starke Vorstellungen davon, was Männlichkeit und was Weiblichkeit bedeutet. Diese Rollenbilder beginnen jedoch immer mehr zu bröckeln. Zurecht, denn es ist bekannt, dass männliche und weibliche Eigenschaften in jedem von uns stecken und dass das Unterdrücken von Gefühlen und Wünschen, zu anhaltender Unzufriedenheit führt. Mit der Emanzipation wird nicht nur die Stellung der Frau sondern auch das Klischeebild des starken Mannes hinterfragt und somit auch das Thema wie man männlicher werden kann. Wer wirklich ernsthaft seine eigene Identität erfahren möchte, muss sich tiefer begeben in die Selbstfindung und hinter die Fassade der Geschlechterklischees blicken. Wir denken die klassische Definition von Männlichkeit ist schon längst nicht mehr zeitgemäß und es ist höchste Zeit einen neuen Identitätsbegiff für Frauen und für Männern zu schaffen.

Bedeutet Männlichkeit dann eigentlich Menschlichkeit?

Wenn Charaktereigenschaften nicht mehr als typisch männlich oder typisch weiblich gelten würden, stellt sich die Frage nach der jeweiligen Identität. Was bedeutet dann männlicher werden? Die männlichen und weiblichen Attribute verschwimmen, wenn es um Emotionen und Charaktereigenschaften geht. Natürlich bleiben nicht zu leugnende, optische Unterschiede und Andersartigkeiten zum Beispiel im männlichen und weiblichen Hormonhaushalt. Doch wieso sollte ein Mann nicht in der Öffentlichkeit weinen, wenn das etwas von Grund auf menschliches ist? Wir denken Männlichkeit sollte nicht fest definiert werden und haben dir zusammengetragen wie du dich und deine Identität besser kennenlernen kannst um männlicher oder besser gesagt menschlicher zu werden:

1. Hinterfrage deine eigenen Vorurteile und Vorstellungen von Weiblichkeit oder Männlichkeit. Vielleicht probierst du Mal etwas “typisch weibliches” aus und beobachtest Deine eigenen Reaktionen und auch die Reaktionen Deines Umfelds.

2. Frage Dich woher diese Vorstellungen kommen und welche Eigenschaften du in Dir eventuell unterdrückst. Emotionen wollen immer raus und gefühlt werden also zeig Stärke indem du auch “schwache” Charaktereigenschaften zulässt und deine Träume auslebst.

3. Beginne mit täglicher Meditation oder Entspannungstechniken, dadurch kannst Du Dich freimachen von äußeren Vorstellungen und Erwartungen und deinem wahren Selbst ein Stück näher kommen.

4. Bleib in Bewegung. Sport tut nicht nur Deinem Körper sondern auch deinem Geist gut. Finde etwas, das Dir persönlich wirklich Spaß macht und bei dem du Stress und Spannung abbauen kannst.

5. Sprich mit deinem Umfeld, tausche dich aus mit Freunden, Familien und Kollegen und hinterfrage Verhaltensmuster und Rollenbilder. Besonders der Austausch mit kontroversen Meinungen, sofern Du Dich ihnen öffnest und sie objektiv betrachtest, können eine große Veränderung in deinem Selbstbild bewirken.

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